Für Norwegen ist es die 13. Klatsche in Folge gegen Dänemark. Der große EM-Favorit gewinnt sein letztes Hauptrundenspiel 38:24 (19:16). Damit stehen die Halbfinals dieser Handball-Europameisterschaft für Freitag fest. Dänemark spielt als Gruppenerster gegen Island und Deutschland trifft auf Kroatien.
Schon vor der Partie haben die Dänen das Halbfinale in der Tasche. Im Spiel geht es also nur noch darum: Gegen wen wollen die Dänen lieber spielen – gegen Island oder gegen die Kroaten? Es geht um den Gruppensieg, der vor dem Spiel noch Deutschland gehört.
Handball-EM: Nach Dänemark bestimmt Deutschlands Halbfinale
Dänen-Trainer Nikolaj Jacobsen (54) kündigt schon vor dem Duell an: „Ich gehe das Spiel an wie im Training.“ Und so langweilig ist auch die erste Hälfte. Keine Härte, keine Hitze, keine Spannung im Spiel. Dyn-Experte Tobias Reichmann (37): „Ich habe das Gefühl, bei den Dänen ist das Interesse nicht sehr groß, Gruppenerster zu werden.“ Das Spiel plätschert munter vor sich hin.
Norwegen darf nur die ersten 20 Minuten führen (13:12), dann findet Dänemark doch noch Gefallen am Gewinnen, legt zur Halbzeit (19:16) einen Zwischenspurt hin, führt erstmals mit drei Treffern. Nach der Pause legen die Dänen den Schalter richtig um und ziehen auf 29:21 (45.) weg. Coach Jacobsen fängt an, munter durchzuwechseln.
Nur Mathias Gidsel (26/Füchse Berlin) bleibt wie gewohnt auf der Platte, erst in den letzten 9 Minuten muss auch der Welthandballer (7 Tore) auf die Bank und für die 2. Reihe Platz machen. Bei Norwegen ist Gidsels Vereinskollege Tobias Gröndahl mit sechs Treffern der beste Werfer. Erschreckend schwach ist Norwegens Star Sander Sagosen, er trifft nur 2 aus 10 Versuchen.
Schöne Geste: Dänemarks Coach Jacobsen bringt auch den nachnominierten Thomas Arnoldsen (24) auf die Platte. Der Rückraumspieler aus Aalborg brach sich erst Ende November das Schienbein. Jetzt das Comeback mit zwei Toren – ein kleines Handballwunder.

