Michael Weathers ist zurück – und wie! Der Heidelberger war der X-Faktor beim 80:78-Sieg gegen Oldenburg.
Vor 26 Tagen hatte der US-Amerikaner sein letztes Basketball-Spiel für die Academics gemacht. Dazwischen lagen turbulente Wochen: Die Entlassung seines Bruders Marcus, die ihn persönlich sehr mitnahm. Gerüchte um seinen eigenen Abgang, dazu eine hartnäckige Oberschenkelverletzung. Heidelberg verlor alle vier Spiele ohne ihn.
Was für eine Ehre: Wagner-Brüder bekommen eigenen Bahnhof
Jetzt gegen Oldenburg (zuletzt fünf Siege in Serie) das eindrucksvolle Comeback! Immer wenn Weathers auf dem Court steht, rappelt es: Im ersten Viertel braucht er nach seiner Einwechslung elf Sekunden für die ersten Punkte zum 16:7. 26 Sekunden später der nächste Zweier (18:7).
Nach sechs Pleiten in Folge : Comeback-Weathers führt Heidelberg zum Sieg
Doch sein Coach Danny Jansson will ihn nach der überstandenen Oberschenkelverletzung nicht überlasten, nimmt ihn bereits nach 2:26 Minuten wieder runter. Ähnliches Bild im zweiten Viertel: Sechs Punkte in 3:15 Minuten. Und wenn Weathers nicht spielt, sitzt er meist auf dem Ergometer und radelt fleißig. Jansson zufrieden in der Halbzeit am Dyn-Mikro: „Was er und Ryan Mikesell dem Team bringen, ist enorm. Der Schlüssel zum Sieg ist, sich keine mentalen Aussetzer zu erlauben. Dann werden gute Dinge passieren.“ Und gleich zu Beginn der zweiten Hälfte ein Monster-Ausrufezeichen von Weathers: Slamdunk zum 69:61 mit einer Flugphase wie einst Michael Jordan.
Die letzten Minuten – ein einziges Heidelberger Drama. Sechs Minuten vor Schluss sind sie sieben Punkte vorn (73:66). Doch dann kommen die von Jansson gefürchteten mentalen Aussetzer. Die leichtesten Korbleger gehen nicht mehr rein. In knapp fünf Minuten gelingt nur ein einziges Pünktchen! Dann erlöst Osunniyi die Academics mit zwei Freiwürfen zum 76:71.
Und die letzten Heidelberger Punkte macht – natürlich Michael Weathers. Seine beiden Freiwürfe zum 80:75 sind ganz wichtig. Dadurch wird der Dreier in der Schlusssekunde von Oldenburgs Woodard zum 80:78 bedeutungslos. Insgesamt stehen bei Weathers 15 Punkte (in 13:39 Minuten)
Heidelbergs Marcel Keßen: „Wir hätten es früher klarmachen können. Der Sieg war extrem wichtig. Aber wir müssen weiter machen. Ein Sieg reicht nicht.“ Oldenburgs Chris Clemons (2 Punkte) gefrustet: „Wenn man so spielt wie wir in der ersten Hälfte, kann man das Spiel nicht gewinnen. Aber Heidelberg hat gekämpft und sich den Sieg verdient.“
Beste Spieler: DJ Horne (Heidelberg/ 20 Punkte), Brian Fobbs (Oldenburg/ 25 Punkte)


