Wer austeilen kann, muss auch einstecken können!

Anfang des Jahres steckte Manchester United mit Trainer Ruben Amorim tief in der Krise. Beim englischen Rekordmeister kriselte es sogar so stark, dass Amorim seine Mannschaft „das vielleicht schlechteste Team der Vereinsgeschichte“ nannte.

Ein Fehler, wie Amorims damaliger Schützling und heutiger Wolfsburg-Star Christian Eriksen findet. Im Interview mit der „Sunday Times“ kritisiert er den Portugiesen dafür nun scharf.

Christensen: „Es hat überhaupt nicht geholfen. Manche Dinge kann man intern besprechen, aber es ist nicht sehr klug, sie nach außen zu tragen, denn das setzt die Spieler zusätzlich unter Druck und belastet diejenigen, die ohnehin schon ihr Bestes geben.“

Christian Eriksens (33) Vertrag bei Manchester United lief im Sommer aus. Anschließend wechselte er zum VfL Wolfsburg

Foto: Getty Images

Ob Amorim mit seiner Analyse richtig lag, ist für Eriksen zweitrangig: „Ob er Recht hatte oder nicht, spielt keine Rolle, aber für uns war es ungefähr so: ‚Oh, da haben wir es wieder. Eine weitere Schlagzeile.‘“

Eriksen über Amorim: „Er kam mit seinen Ideen …“

Eriksen wechselte 2022 vom FC Brentford zu den „Red Devils“, spielte dort drei Jahre. Angesprochen auf Amorims Führungsstil, wählte der Däne dann diplomatischere Worte.

Eriksen: „Er kam mit seinen Ideen. Er versuchte, Dinge zu ändern, wie man immer noch sieht, versuchte, es auf seine Weise zu machen. Bestimmte Spieler für bestimmte Positionen, für einen bestimmten Spielstil – so sieht sein Erfolgsrezept aus.“

Dafür musste der Coach laut Eriksen allerdings kräftig umbauen: „Er muss viel ändern, weil die Spieler an dieses System nicht gewöhnt waren. Außerdem hat United historisch gesehen immer ein anderes System bevorzugt.“

Eriksen über United-Druck und Legenden-Vergleich

Eriksen blickt zudem auf seine United-Zeit zurück und macht deutlich, welche enorme Bürde das Trikot der „Red Devils“ mit sich bringt.

Eriksen: „Alles, was man tut, wird mit denen verglichen, die vorher da waren. Egal auf welcher Position: ‚Oh, jetzt haben wir Casemiro, also müssen wir ihn sofort mit Roy Keane vergleichen. Wir hatten Robin van Persie hier, also muss dieser Stürmer jetzt das auch können.‘“

Daraus entstehe eine fast utopische Erwartungshaltung der Fans. Eriksen erklärt: „Sobald man bei United das Wappen trägt, trägt man die ganze Geschichte mit sich. Man muss an das anknüpfen, was vorher da war – und es sogar noch besser machen. Das ist fast unmöglich, wenn man in elf Jahren acht Meisterschaften in der Premier League gewonnen hat.“

Trotzdem möchte er die Zeit nicht missen. Eriksen: „Es war etwas ganz Besonderes für mich, ich hatte eine sehr, sehr gute Zeit bei United.“

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