Sie ist zurück!
Nach zwei Wochen Zwangspause wegen Corona und Influenza fühlt sich allein die Rückkehr von Franziska Preuß schon wie ein kleiner Sieg an. Beim Sprint von Le Grand-Bornand meldet sich die Biathletin mit Rang 18 zurück – und das deutlich stärker, als viele erwartet hatten.
„Die letzten zwei Wochen waren hart. Ich bin froh, dass ich überhaupt starten konnte“, sagte Preuß bei Eurosport. „Es tat gut, nicht auf der Couch sitzen zu müssen.“
Am Schießstand knüpft sie sofort an alte Stärke an: 9 von 10 Scheiben – ein Comeback mit Ausrufezeichen!
Nur die letzte bleibt stehen – ein ärgerlicher Fehler. „Superblöd“, sagt sie. „Da wurde ich ein bisschen unruhig, die letzte Überzeugung hat gefehlt.“
Läuferisch merkt man ihr die Krankheitspause deutlich an. Über eine Minute Rückstand auf Siegerin Hanna Öberg (Schweden), in der Loipe nur Platz 24. „Man hat gleich in Runde eins Blutgeschmack gehabt, weil die Lunge das noch nicht gewohnt ist“, erklärt Preuß im ZDF.
Süßer Moment auf Siegerpodium: 15-Jährige kämpft mit der Sektflasche!
Bundestrainer Kristian Mehringer sagt: „Ich bin mit Franzis Leistung zufrieden nach einer Woche lockerem Training. Heute durfte man sich allerdings nichts erlauben.“
Beste Deutsche wird Anna Weidel als 17., ebenfalls ohne Fehler. Vanessa Voigt folgt auf Rang 19 – auch sie mit fehlerfreiem Schießen. Julia Tannheimer (29.), Janina Hettich-Walz (37.) und Julia Kink (41.) landen abgeschlagen im Feld.
Biathlon: Blick von Franziska Preuß geht Richtung Olympia
Vor einem Jahr triumphierte Preuß noch in Le Grand-Bornand: Sieg in der Verfolgung, zweimal Zweite im Sprint und Massenstart.
Jetzt – 52 Tage vor Olympia in Antholz – geht es für sie um den Formaufbau und die Olympianorm. Der Gesamtweltcup? Nach dem Start und dem Ausfall in Hochfilzen nicht mehr realistisch. Aber auch nicht ihr Hauptziel.
Preuß bleibt kämpferisch, trotz der erneuten gesundheitlichen Rückschläge, die sie seit Jahren begleiten. „Die innere Flamme war nicht erloschen, aber gedämpfter“, sagt sie. „Es zieht so viel Energie, wenn man zu Hause sitzt. Ich wollte wieder Wettkämpfe.“
Der Blick geht in Richtung Olympia. „Ich hoffe, dass ich Rennen für Rennen mehr Selbstvertrauen bekomme und mehr Überzeugung“, erklärt Preuß.

