Auf diesen Tag hat er sooo lange hingearbeitet! Party-Stimmung am 3. Advent beim HSV Hamburg!
Im Nord-Derby gegen TSV Hannover-Burgdorf (32:33) Anfang März zerschredderte sich Dominik Axmann (26) sein rechtes Knie – Kreuzbandriss und Meniskusschaden!
280 Tage später das umjubelte Comeback in der Daikin Handball-Bundesliga für den HSV Hamburg beim 32:26 (15:16) gegen GWD Minden.
„Es war immer unser Plan, dass Dominik im Dezember wieder zurückkehrt“, sagt Sportdirektor Jogi Bitter (43) zur überraschenden Rückkehr. Auch Island-Fels Einar Olafsson (25, Oberschenkel) ist nach drei Wochen Pause zurück.
HSV feiert Comeback von Weltmeister-Sohn!
Axmann nimmt zunächst auf der Bank Platz. In Minute 57 hat das Warten dann ein Ende, Trainer Torsten Jansen (48) lässt ihn los – unter dem Jubel der 2528 Zuschauer in der Sporthalle Hamburg. Auf der Tribüne drücken die Eltern Heike und Olaf die Daumen, dass alles gutgeht. Und das gleich doppelt.
Heike Axmann zählte als Kreisläuferin zum deutschen Kader (114 Einsätze), der 1993 in Norwegen WM-Gold holte. Als Handball-Trainerin im BSV-Buxtehude-Nachwuchs hat sie viele aktuelle Nationalspielerinnen (u.a. Emily Vogel, Kathi Filter) betreut, die fast zeitgleich mit Sohnemann Dominik das WM-Finale in Rotterdam (Niederlande) spielten.
Axmann, der Tür an Tür mit Emily (geb. Bölk) in Buxtehude aufwuchs, vorher zu SPORT BILD: „Ich bin glücklich, endlich wieder für den HSV auf der Platte zu stehen. Es war eine lange Zeit. Mein Knie fühlt sich gut an. Was schade ist, dass ich mir Emmy und die Frauen jetzt nicht anschauen kann.“

Rückkehr nach 280 Tagen Leidenszeit: Dominik Axmann (26/r.) machte gegen GWD Minden seine ersten Bundesliga-Schritte auf dem Weg zurück
Axmann & Co. sehen zu Beginn einen aggressiven und schnellen HSV, mit Elias „Krake“ Kofler als Ballklauer, Torschütze und Fan-Einheizer (4:1/6.).
Aber dann wehrt sich Aufsteiger Minden. Hamburg nun mit Fehlwürfen gegen Torwart-Latte Malte Semisch (2,08 Meter), liegt plötzlich hinten (7:8/13.) und hat erneut Probleme im Positionsspiel. Der HSV wie zuletzt in Leipzig (27:29) mit zu vielen Aussetzern. „Ein fehlerbehaftetes Spiel“, erklärt Jansen.
Zur Pause ist es nach acht (!) Fahrkarten nur ein Tor Rückstand, weil U21-Weltmeister Moritz Sauter (22) kaum zu stoppen ist.
„Kleine Tore starke Frauen“: Die Höhner dichten Kultsong um
Sauter, mit insgesamt neun Toren einmal mehr bester Schütze, hadert zur Pause: „Wir kommen gut rein, sind aggressiv in der Abwehr. Dann verwerfen wir einen Tick zu viel und lassen sie wieder rankommen. Das müssen wir abstellen.“
Gesagt, getan! Hamburg startet wieder aggressiv, kommt jetzt an Semisch vorbei und hat mit Mo El-Tayar selbst einen Torwart im Kasten (15 Paraden), der seinen Job erledigt. Der HSV dreht mit kompakter Abwehrarbeit und Tempo in wenigen Minuten das Spiel (30:23/52.) und zieht es bis zum Ende durch.
Die Fans feiern und werden richtig laut, als Axmann in Minute 54 sein Trikot auszieht. Der Befehl von Jansen: Auf geht’s! In Minute 57 ist es dann so weit.
Jansen: „Es ist wichtig, dass er sich wieder als ein Teil der Mannschaft fühlt und das auch spürt. Er wird uns in Zukunft immer wieder helfen.“ Gegen Minden waren es schon mal drei Minuten.
Axmann strahlt nach der Kurzarbeit: „Es geht mir sehr gut. Ich bin froh, wieder bei der Mannschaft zu sein. Ich habe es mir tatsächlich genauso vorgestellt. Ich hatte in der ersten Halbzeit aber Bedenken, dass die Jungs mir da einen Strich durch die Rechnung machen. Aber sie haben es in der zweiten Halbzeit gut gelöst und ich bin froh, dass ich am Ende noch mal aufs Feld konnte.“


