Dieser Skandal hallt noch lange nach.

Ende Oktober musste sich die zehnfache Biathlon-Weltmeisterin Julia Simon (29) vor Gericht verantworten, wurde rechtskräftig zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro verurteilt. Der französische Skiverband sperrte sie zudem für sechs Monate, fünf davon auf Bewährung.

Grund dafür war, dass Simon ab 2021 wiederholt die Bankkarten ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet (29) sowie eines Physiotherapeuten des französischen Teams für Einkäufe im Gesamtwert von bis zu 2400 Euro benutzt und kleinere Geldbeträge (zwischen 20 und 50 Euro) gestohlen hatte. Die Biathletin gestand, gab die Anklagepunkte zu.

Simon hatte beim Auftakt in Östersund noch gefehlt. Jetzt ist sie zurück im Weltcup. Beim Sprint-Wettbewerb im österreichischen Hochfilzen erreicht die wegen Betruges verurteilte Biathletin mit zwei Strafrunden den 19. Rang.

Das gefällt bei Weitem nicht jedem. Lou Jeanmonnot (27) wurde in Hochfilzen Erste. Danach ließ die Sprint-Siegerin mit sehr deutlichen Worten aufhorchen.

Im „Bayern Insider“ vom 12.12.: Mit welchen Stars jetzt verhandelt wird

Quelle: BILD

Jeanmonnot gegenüber französischen Medien über die Unruhen im Team und im Umfeld wegen des Simon-Betrugskandals: [–>„Seit drei Jahren sind wir daran gewöhnt, das ist Alltag. Wir wissen es und haben im Laufe der Jahre aus den verschiedenen Situationen gelernt. Ich bin zutiefst enttäuscht für Justine, weil sie viel zu teuer für etwas bezahlt, dessen Opfer sie zu einem bestimmten Zeitpunkt geworden ist.“

Gemeint ist Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet. Sie musste u.a. Anfeindungen in den sozialen Medien gegen sich hinnehmen. Sie leidet besonders unter der Situation, wie Jeanmonnot schildert:[–> „Letzte Woche hat sie Morddrohungen gegen ihre Tochter erhalten. Das widert mich an. Es ist nicht normal, dass das solche Ausmaße angenommen hat. Das alles mitanzusehen, war schwer. Man fühlt sich machtlos gegenüber der menschlichen Grausamkeit, die zu einem bestimmten Zeitpunkt nichts mit dieser Person zu tun hatte.“

Justine Braisaz-Bouchet (29) bekam online Hass ab, obwohl sie das Opfer in dem Betrugs-Skandal ist

Justine Braisaz-Bouchet (29) bekam online Hass ab, obwohl sie das Opfer in dem Betrugs-Skandal ist

Foto: Björn Larsson Rosvall/TT News Agency/AP/dpa

Jeanmonnots eindeutiges Fazit:[–> „So hätte ich mir meine Karriere als Sportlerin in der französischen A-Nationalmannschaft nicht vorgestellt. Ich hätte mir gewünscht, dass es so wäre wie damals, als ich noch Juniorin war, dass ich mit meinen Freundinnen zum Training gehe und mich darauf freue. Leider ist das nicht der Fall. Wir haben gelernt, damit umzugehen. Ich gebe mein Bestes, um Justine zu unterstützen, eine großartige Person, die alle Liebe der Welt verdient. Sie ist durch all das gebrochen.“

Jeanmonnot jubelt übre ihren Sieg im 7,5-km-Sprint

Jeanmonnot jubelt übre ihren Sieg im 7,5-km-Sprint

Foto: Christian Bruna/REUTERS

Betrügerin Simon selbst über die aktuelle Situation im Team: [–>„Wir sind Wettkämpfer, es ist niemand freundlich zu mir, und wir haben ein gutes Team. Die Mädchen im IBU-Cup sind stark, wir hier sind stark. Alle wollen die besten Ergebnisse erreichen. Wir kämpfen untereinander um die Plätze. Es ist immer sehr schwer. Ich bin hier für den Sport. Alle haben das Beste getan, was sie können.“

Es dürfte Simon, nach allem, was geschehen ist, allerdings nicht wirklich überraschen, dass ihre Teamkolleginnen sie nicht wieder mit offenen Armen empfangen …

Julia Simon (29) ist zurück im Weltcup-Zirkus

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Foto: Getty Images

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