Der FC Bayern ist in der Bundesliga nicht zu aufzuhalten: Das 5:0 in Stuttgart war der zwölfte Sieg im 13. Spiel – der Vorsprung auf den Zweiten Leipzig beträgt bereits acht Punkte. Die Meisterschaft scheint schon jetzt entschieden.

Auch um mehr Konkurrenz zu haben, fordert Bayern-Patron Uli Hoeneß (73) deshalb zuletzt die Abschaffung der 50+1-Regel. „Ich glaube, über kurz oder lang muss in Deutschland die 50+1-Regelung fallen. Das ist nicht wichtig für Bayern München, denn wir können mithalten mit unseren Möglichkeiten. Insofern kann ich mich sehr dafür einsetzen, ohne eigene Vorteile zu erzielen. Ich glaube einfach, dass es für viele Vereine hilfreich wäre, wenn sie internationales Geld einnehmen könnten.“

Hat Hoeneß damit Recht? Ist Bayern nur ohne 50+1 dauerhaft zu stoppen? Ein Pro und Contra!

Pro: England zeigt, wie es geht

Von Axel Hesse

Der FC Bayern wird seine Ausnahmestellung in der Bundesliga weiter ausbauen – wenn man den Wettbewerb nicht neu belebt. Das geht nur, wenn 50+1 gekippt wird und die Konkurrenz mehr Geld hat.

Einzig Investoren, die bestimmen dürfen, können die Kohle bringen. Was daraus entsteht, ist in England zu sehen: der abwechslungsreichste Meisterkampf aller Top-Ligen. 2024 war Manchester City Meister, 2025 Liverpool, jetzt führt der FC Arsenal die Tabelle souverän an. Aston Villa liegt auf Platz vier, Brighton auf Rang fünf, dahinter Sunderland.

Der Aufsteiger ist nicht erfolgreich, weil die Fans so schön singen, sondern weil ein Investor Spieler wie Granit Xhaka gekauft hat. Mit Leverkusen hatte er Bayern 2024 entthront. Die einzige Ausnahme in zwölf Jahren. Wer das ändern will, muss konsequent sein: weg mit 50+1!

Söder setzt ihn auf die Liste: Kane winkt ein offizieller Orden!

Quelle: BILD

Contra: Bayern brauchte auch keine Scheichs

Von Achim Stecker

Ja, Bayern dominiert die Liga. Ja, die Meisterschaft ist in dieser Saison wohl entschieden. Aber deshalb 50+1 abschaffen? Nein!

Seien wir mal ehrlich: Wenn die Dortmunder 2023 nicht im letzten Spiel gegen Mainz 2:2 gespielt hätten, wären sie Meister geworden. Auch 2019 war die Schale für den BVB drin. Nicht das Geld, sondern gute Arbeit entscheidet über Dominanz. Ein Beispiel dafür ist momentan der VfL Wolfsburg, der sich trotz VW-Millionen im Abstiegskampf befindet.

Welchen Schaden Investoren anrichten können, haben wir bei Hertha, 1860 München oder Uerdingen gesehen. Die Klubs müssten zudem mit heftiger Gegenwehr aus der Fanszene rechnen, die in Deutschland erheblichen Einfluss hat.

Der FC Bayern war Mitte der 80er-Jahre fast pleite und schaffte es zurück an Europas Spitze. Ohne Scheichs, Oligarchen oder US-Milliardäre gebraucht zu haben. Das sollte den anderen Bundesligisten ein Vorbild sein.

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