Trügerische Einigkeit herrscht in der Diskussion um eine Regionalliga-Reform: Nach der Sitzung der zuständigen AG vermeldete der DFB vorige Woche, die Reduzierung von fünf auf vier Staffeln sei das favorisierte Modell. So sollen künftig alle vier Meister statt bisher vier der fünf in die 3. Liga aufsteigen. Beim nächsten Treffen am 15. Januar sollen Vorschläge für eine geografische Neuaufteilung gemacht werden.

Aber: Im Hintergrund grummelt es nach SPORT BILD-Info gewaltig! Denn was der DFB nicht bekannt gab: Auch eine mögliche Aufstockung der 3. Liga auf 22 statt bisher 20 Vereine und fünf statt vier Absteiger war auf der AG-Sitzung Thema. Zumal diese Alternative auf den Pinnwänden mit Pro- und Contra-Punkten für jedes Modell genauso viele Pluspunkte sammelte wie das Vier-Ligen-Modell.

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Quelle: BILD/SID

Das Problem: Der DFB lehnt eine Aufstockung seiner 3. Liga rigoros ab. Darauf wies auch Michael Vesper (73) als AG-Vorsitzender in der Sitzung hin. Und darauf, dass die 3. Liga gar nicht mit am Tisch sitze. Die Antwort aus Reihen der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ mit 57 Klubs (vornehmlich aus dem Nordosten, aber auch Bundesligist Union Berlin und Zweitligist Schalke 04 sind dabei): Dann solle man die 3. Liga für den übernächsten Termin am 17. Februar einladen.

Weder der Spielplan mit zwei Spieltagen mehr, die unter der Woche stattfinden könnten, noch eine Aufteilung der TV-Einnahmen (aktuell MagentaSport bis 2026/27) auf zwei Vereine mehr seien Totschlag-Argumente gegen eine Aufstockung. Im Gegenteil, mehr Spiele könnten die TV-Gelder erhöhen.

Was auch eine Rolle spielt: Schon 2018 einigte sich eine DFB-AG auf eine Reduzierung auf vier Regionalligen. Doch das Modell wurde aufgrund großer Widerstände in den Regional- und Landesverbänden und den Klubs nicht umgesetzt.

Ob dieses Mal eine Lösung gefunden wird, die alle akzeptieren, ist fraglich. Zumal offen ist, ob der Westen und Südwesten, die als Verbände mit den meisten Senioren-Mannschaften (12 800 bzw. 16 300) bisher eine Sonderrolle einnehmen und deren Meister grundsätzlich aufsteigen, bereit sind, Zugeständnisse zu machen.

Zu den Alternativen, die jetzt diskutiert werden, gehören nach SPORT BILD-Informationen:

► Das Kompassrosen-Modell. Heißt: Ein Kreuz wird über die Deutschland-Karte gelegt und in Nord, Süd, West und Ost geteilt.

► Das Nordost-Modell. Heißt: Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen bilden zusammen mit Hessen eine Regionalliga. Mecklenburg-Vorpommern würde in einer Nord-Liga mitspielen.

► Das Bayern-Modell. Heißt: Bayern bildet eine Regionalliga mit Sachsen und Thüringen. Auch Bayern beansprucht eine Sonderrolle aufgrund seiner 8400 Senioren-Mannschaften: In einer 20er-Liga sollen 15 Plätze an Bayern gehen, drei an Sachsen und zwei an Thüringen.

Heftiger Widerstand aus dem Nordosten (insgesamt 9200 Mannschaften) ist programmiert. Statt Mannschafts- sollen sich in der Zusammensetzung der Liga die Zuschauer-Zahlen widerspiegeln. Zu den zehn zuschauerstärksten Regionalligisten gehören sechs Ost-Klubs (Halle, Erfurt, Zwickau, Jena, Chemnitz, Lok Leipzig) – keiner aus Bayern.

Die Folge jedes Modells mit vier Regionalligen: Da es einen maximalen Kilometer-Radius bei Auswärtsspielen geben soll, kann es bei an der Landesgrenze liegenden Klubs durch Auf- und Abstiege anderer Vereine dazu kommen, dass „Grenzgänger“ mal in dieser, mal in jener Regionalliga spielen.

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