Der Hosenkauf beim 2,18 Meter großen Norris Agbakoko (25) zieht sich manchmal in die Länge.
„Vor allem passende Jogginghosen sind schwer zu finden. Die gehen ab einer gewissen Größe nur noch in die Breite. Auch Jeans in Länge 38 sind nicht überall zu finden“, sagt der Basketballer von Alba Berlin. „Aber an solche Dinge habe ich mich gewöhnt. Früher hat mir meine Mutter ein extralanges Bett selbst gebaut. Ich bin mein Leben lang der Größte. Das hat mir immerhin den Weg zum Basketball-Profi eröffnet.“
Zusammen mit Braunschweigs Philipp Hartwich (30) ist Agbakoko (Schuhgröße 52) der längste Spieler der BBL. Fünf Jahre spielte der Center für Oldenburg, vor dieser Saison unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei Alba.
Dort überzeugte er so sehr, dass ihn Bundestrainer Álex Mumbrú (46) nun erstmals für die Nationalmannschaft nominierte, die am Freitag gegen Israel und am Montag auf Zypern in der WM-Qualifikation ran muss.
Basketball: Norris Agbakoko spricht über sein Leben als 2,18-Meter-Riese
Dabei ist Agbakoko, der in Bremen geboren wurde und eine deutsche Mutter und einen nigerianischen Vater hat, ein Spätstarter. Bis er 16 war, spielte er Fußball, bei Werder und FC Union 60 Bremen. „Erst war ich Stürmer, dann Innenverteidiger“, sagt er. „Die Kopfballduelle habe meistens ich gewonnen.“ Schon mit 15 war er zwei Meter groß.

Norris Agbakoko (r.) überragt die meisten seiner Gegenspieler, wie hier Nymburks Jhamir Brickus in der Champions League
Als er 17 war, überredete ihn der Sportlehrer, es einmal mit Basketball zu probieren. „Er suchte noch einen Spieler für den Ländervergleich bei ,Jugend trainiert für Olympia‘“, erzählt Agbakoko. „Mit Bremen haben wir dann den stolzen 16. Platz belegt.“ Heißt: Sie wurden Letzter.
Doch das schreckte Agbakoko nicht ab. Im Gegenteil. Sofort begeisterte er sich für den neuen Sport. Er wechselte in die Nachwuchsabteilung der Baskets Oldenburg und machte dort viel Einzeltraining. Schon in seinem ersten Jahr schaffte er es in die Nachwuchs-Bundesliga (U19).
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„Meine Beinkoordination war von Anfang an gut, das hatte ich vom Fußball mitgebracht“, sagt er. „Auch das Ballgefühl war in Ordnung. Was ich vor allem lernen musste, war das Spielverständnis.“
Bis zu seinem ersten verwandelten Drei-Punkte-Wurf dauerte es fünf Jahre. Vergangene Woche beim 91:78 im Pokal gegen Jena war es so weit. „In den Jahren vorher habe ich nur einen einzigen Dreier versucht, der aber danebenging“, sagt Agbakoko. „Der Distanzwurf ist definitiv das, was ich weiter verbessern möchte.“
Zuletzt legte er mit Alba eine Serie von neun Pflichtspielsiegen in Folge hin. Mit zehn Punkten liegt Berlin in der BBL-Tabelle auf Platz 4.
„Wir haben viele Neuzugänge und mussten uns als Mannschaft erst finden“, sagt Agbakoko. „Unser Ziel ist es, uns weiterzuentwickeln und am Ende der Saison in den Play-offs oben anzugreifen.“


