Die Rhein-Neckar Löwen sehen beim SC Magdeburg vor ausverkaufter GETEC-Arena (6600 Zuschauer) lange wie der Sieger aus. Doch 15 Minuten vor dem Ende geht den Gästen in der Daikin Handball-Bundesliga die Puste aus und es kommt doch nicht zur Sensation. Der SCM gewinnt 28:24 (11:14) und bleibt trotz Zitterauftritt auch im 24. Spiel (saisonübergreifend) ungeschlagen.
In diesem Duell sind die Siebenmeter kein Freitor, sondern eher eine Bestrafung.
Insgesamt halten die Torhüter beider Teams gleich acht Siebenmeter. Unglaublich: Nationalkeeper David Späth (23) im Kasten der Löwen gleich drei hintereinander gegen Magnusson (16.), gegen Barthold (17.) und auch gegen Hornke (19.). Dabei war Magdeburg vor der Partie mit 85 Prozent versenkter Siebenmeter noch der Liga-Spitzenreiter. Insgesamt vergibt der SCM gleich 6-mal vom Strafstrich.
Erste-Hilfe-Einsatz: Plötzlich reißt der Hallenboden!
Die vergebenen Siebenmeter und die tolle Abwehr der Rhein-Neckar Löwen sorgen dafür, dass der haushohe Favorit in der ersten Halbzeit nur magere elf Tore ins Netz bekommt. Mit 14:11 und drei Toren Vorsprung gehen die Löwen in die Halbzeit. Und das, obwohl SCM-Keeper Sergey Hernández (30) auch tolle Paraden zeigt (insgesamt 12, davon 2 Siebenmeter).
Sieg gegen die Löwen: Portner vor Abflug nach Ungarn
Hernández geht im Sommer zurück in seine Heimat, wechselt zum FC Barcelona. Und auch der zweite Top-Keeper des Champions-League-Siegers scheint Magdeburg zu verlassen. Im Dezember läuft die nachträgliche Doping-Sperre (Crystal Meth) für SCM-Keeper Nikola Portner (31) ab, Ende Juni 2027 läuft sein Vertrag aus.
Jetzt verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass der Schweizer bereits kommenden Sommer geht. Portner soll mit Pick Szeged einig sein. Im Gegenzug soll der Schwede Tobias Thulin (30) die Ungarn verlassen, ihm werden Kontakte zum VfL Gummersbach nachgesagt.
Die Löwen ackern und halten Magdeburg mehrmals auf drei Tore Abstand (19:16/39. und 17:20/40.), doch die Star-Truppe von Trainer Bennet Wiegert (43) hat sich mit der Halle im Rücken ins Spiel zurückgekämpft, schafft nach 45 Minuten die erste Führung seit der 14. Minute. Irre, der SCM dreht einen Drei-Tore-Rückstand in nur acht Minuten in einen Drei-Tore-Vorsprung (23:20/47.) – meisterlich.
Diesen Vorsprung geben die Magdeburger nicht mehr aus der Hand. Bitter für die Löwen: Der SCM überzeugt nicht, holt aber den Sieg und die nächsten zwei Punkte.


