Andere studieren Spielzüge – der HSV gleich ganze Studiengänge.
Wenn die Handballer am Sonntag in der Barclays Arena (16.30 Uhr) gegen Altmeister VfL Gummersbach antreten, wird das Spiel in der Daikin Handball-Bundesliga zum Studenten-Tag. Es gibt vergünstigte Tickets, Freibier – und ein Team, das selbst wie eine rollende Uni wirkt.
Elf Spieler im Kader von Trainer Torsten Jansen (48) könnten auch im Hörsaal auflaufen – manche tun’s noch, andere haben längst bestanden. Es geht quer durch die Fachbereiche: BWL, Jura, Medizintechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und sogar Heizung-, Klima-, Wärmepumpentechnik!
Was für ein Sportsgeist: Jockey rettet stürzenden Kontrahenten
Letzteres hat sich Kaj Geenen (22) ausgesucht – holländischer Linksaußen mit einem Händchen für heiße Technik. Der Cousin von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen kennt sich nicht nur mit Tempo aus, sondern auch mit Wärmesystemen. Studium: abgeschlossen!
Der Erfolg in Wetzlar (35:25) war überzeugend – jetzt soll der nächste Heimsieg her. Die Aufgabe ist knifflig: Gummersbach kommt als Tabellenzweiter, mit mehreren Nationalspielern im Gepäck, die DHB-Coach Alfred Gíslason (66) gerade erst nominiert hat.

Der niederländische Nationalspieler Kaj Geenen (22) kam im Sommer vom VfL Lübeck-Schwartau zum HSV
Fürs Topspiel braucht es Köpfchen – gut, dass der HSV davon reichlich hat.
Moritz Sauter (22), Medizintechnik-Student: „Ich organisiere mich relativ gut, wenn wir einmal am Tag Training haben, versuche ich davor oder danach viel zu machen – zwei, drei Stunden. Und wenn wir Tage mit Doppeltraining haben, versuche ich die gelernten Inhalte zu wiederholen. Auf Auswärtsfahrten kann ich sehr, sehr viel machen. Die Vorlesungen sind für mein Fernstudium auf einer Plattform hochgeladen und ich kann sie mir jederzeit anschauen.“
Sauters Zukunft? Die könnte im OP-Saal liegen

