Sieben Jahre hat der HSV auf Spiele wie diese gewartet.

Nun gut, vielleicht nicht ganz genau auf so ein Spiel …

Das 0:5 beim FC Bayern war vielleicht die erwartbarste Klatsche der Saison. Selbst in dieser Höhe. Zuvor hatte es für die Hamburger bei acht Auftritten seit 2010 in München acht deutliche Niederlagen gegeben. Bei 3:51 Toren. Ein gewohntes Süd-Nord-Gefälle.

Ein München-Besuch ist für HSV-Fans seit Langem so angenehm wie eine Wurzelbehandlung. Ohne Narkose.

„Keine gute Betreuung“: Flick-Wut wegen Yamal

Quelle: AP/BILD

Bemerkenswert: Von den mitgereisten Hamburger Anhängern gab es weniger Pfiffe als tags zuvor beim Wendler-Comeback im Megapark. Vielleicht ist man im Lager der Hanseaten aber auch leidgeprüfter als das Mallorca-Publikum. Oder trinkfester.

Ebenso bemerkenswert: Als es in der zweiten Halbzeit zwei medizinische Notfälle in der Südkurve gibt, stellen alle Fans ihren Support vorübergehend ein. In den Farben getrennt, in der Sache vereint. Respekt.

Bei Bayern darf in der ersten Halbzeit jeder mal ran. Serge Gnabry, Aleksandar Pavlovic, Harry Kane und Luis Diaz sorgen schon nach 29 Minuten für klare Verhältnisse. Danach können sich die Münchner in die Schonhaltung begeben, schließlich steht am Mittwoch ein wichtiges Champions-League-Spiel gegen den FC Chelsea an – der mit dem HSV maximal die Trikotfarbe gemeinsam hat.

Unnötig zu erwähnen: Der Meister steht nach dem dritten Sieg im dritten Spiel weiter unangefochten an der Spitze. Dahinter hat sich der BVB auf Rang 2 geschoben. Das 2:0 in Heidenheim war ungefährdet, glanzlos, souverän. Niko Kovac ist mit seiner Mannschaft saison-übergreifend seit elf Spielen ohne Niederlage.

Es fehlt allerdings (noch) die Fantasie, dass diese Mannschaft ernsthaft auf Augenhöhe mit Bayern um den Titel kämpfen kann. Auch wenn BVB-Torschütze Maxi Beier (22) nach der Partie meinte: „Unser Ziel ist: Wir wollen Meister werden, oben mitspielen über die ganze Saison.“ Da sind selbst die optimistischsten BVB-Fans derzeit noch eher skeptisch. Auch Kovac sagte dazu nur: „Das treibe ich ihm schon wieder aus.“

ttn-36