Nach 20 Jahren bei seinem Herzensverein ist Schluss: Richter beendet überraschend mit 28 Jahren seine Karriere!
Der Grund: psychische Probleme.
In einem bemerkenswert offenen Video erklärt Richter auf Instagram: „Ich war zwei Trainingseinheiten in der Halle und diese grauen Wolken waren nach zwei Tagen schon so groß, dass ich gesagt habe: Ich glaube, ich pack‘ das einfach nicht! Ich will nicht in einem halben Jahr dastehen und sagen, ich habe Burn-out. Ich glaub‘, ich muss jetzt hier die Reißleine ziehen und das mit dem Karriereende schon dieses Jahr machen.“
Richter begann in der Grundschule mit Basketball, durchlief von der U8 bis zur U19 sämtliche Nachwuchsteams der Niners und feierte am 18. Oktober 2014 gegen Heidelberg sein Debüt im Profikader in der zweiten Liga (ProA). 2020 stieg er mit den Sachsen in die Bundesliga auf und holte vor einem Jahr sensationell den FIBA Europe-Cup.
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Entsprechend schwer fiel die Entscheidung. Auch wenn sie am Ende alternativlos war. Richter: „Ich habe trotzdem das Gefühl, viele Leute zu enttäuschen oder fallenzulassen, mit so einer Entscheidung. Das ist so ein großer innerer Konflikt mit mir, weswegen ich mich so schwer getan habe, mich zu entscheiden. Ich habe ewig nicht richtig geschlafen, habe mir überlegt: Wie kann man das am besten kommunizieren, mit einem Weg, den jeder versteht?“
Dann kehrt er mutig sein Innerstes nach außen: „Ich wünschte wirklich von tiefstem Herzen, dass es anders wäre. Dass ich sagen würde, ganz ehrlich: Lass noch fünf, lass noch sieben Jahre zusammen durchziehen. Lass noch viel mehr erreichen zusammen, einfach eine geile Zeit haben, die Reise genießen. Aber ich habe einfach nicht die Kraft dafür.“
Und nach einer Pause: „Manchmal spielt das Leben nicht so wie man will. Das gehört auch dazu.“
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Klub-Boss Steffen Herhold (46) steht hinter der Entscheidung seines Aushängeschilds: „Jonas war über viele Jahre hinweg das Gesicht der Niners und des Chemnitzer Basketballs, hatte großen Anteil an all unseren Erfolgen und fungierte auf wie neben dem Feld als echter Sympathieträger. Umso mehr schmerzt sein Abgang. Dennoch respektieren wir Jonas’ Entscheidung, die ihm sicher nicht leicht fiel, und werden ihm stets hilfreich zur Seite stehen. In allererster Linie wünschen wir Jonas gute Besserung und darüber hinaus viel Glück für seinen weiteren Lebensweg. Wir hoffen, ihn als Zuschauer bald wieder in der Messe begrüßen und mit großem Applaus empfangen zu dürfen.“
Richter hatte in seiner Karriere mehrfach Angebote von anderen Vereinen. Vor zwei Jahren wollte sogar Alba Berlin den 2,07-Meter-Mann in die Hauptstadt locken. Doch er blieb in Chemnitz. „Für mich war eigentlich immer klar: Auch wenn es andere Angebote gibt, ich bleibe in Chemnitz. Einmal Chemnitz, immer Chemnitz. Das habe ich einfach gelebt und gefühlt.“


