Er war mittendrin, als der FC Bayern 2012 das „Finale dahoam“ gegen den FC Chelsea verlor! Mario Gomez stand auf dem Platz und traf im Elfmeterschießen.

Trotzdem reichte es nicht: Didier Drogba, der schon in der regulären Spielzeit zum 1:1 ausgeglichen hatte, nutzte mit dem letzten Elfer die Fehlschüsse von Bastian Schweinsteiger und Ivica Olic aus.

SPORT BILD sprach mit Gomez, jetzt Technischer Direktor bei RB Leipzig, kurz vor dem Champions-League-Finale zwischen Paris Saint-Germain und Inter Mailand in München. Anlass war eine Veranstaltung von Uefa-Sponsor Lieferando.

BILD: Herr Gomez, Champions-League-Finale, Allianz-Arena – wie oft wurden Sie heute Nacht von Didier Drogba im Traum überrascht?

Es geht um Wirtz: „Bisschen Sorge um den kleinen Fratz“

Quelle: BILD

Mario Gomez: (lacht) Es überrascht mich selber, aber nicht ein einziges Mal. Dieser Abend wird aber immer prägend in meinem Leben sein. Und definitiv war es in dem Moment damals mit Abstand der sportlich unschönste. Aber im Nachhinein einer, der sicherlich uns alle, nicht nur mich, bei Bayern auch geformt hat. Vielleicht hat er uns auch erst wirklich erwachsen werden lassen.

Mit einem Happy End ein Jahr später …

Ja. Vom Teamspirit war 2013 mit das Beste, was ich je erlebt habe, vergleichbar mit meiner 2007er-Truppe in Stuttgart. Das ist aus dem verlorenen Finale gegen Chelsea entstanden. Wir waren ein richtig eingeschworener Haufen, obwohl so viele Stars da waren, so viele unterschiedliche Interessen und Charaktere. Dieser außergewöhnliche Zusammenhalt war der Grund, warum wir das Triple geholt haben.

2025 fand das Finale ohne Bayern statt. Was hat gefehlt?

Ein paar mehr Siege.

BILD-Sportvize Carli Underberg im Gespräch mit Mario Gomez

BILD-Sportvize Carli Underberg im Gespräch mit Mario Gomez

Foto: BILD

Siege, die man künftig mit einem Florian Wirtz hätte holen können, wenn er sich nicht für Liverpool entschieden hätte …

Er ist zusammen mit Jamal Musiala definitiv der beste Spieler, den wir in Deutschland haben. Und es ist schade für die Bundesliga, dass er wohl bald nicht mehr da ist. Aber nur er weiß, was das Beste für seine Karriere ist. Und das wünsche ich ihm.

Normalerweise bekommen die Bayern die Spieler, die sie wollen. Was lief bei Florian Wirtz schief?

Also mich haben die Bayern damals gewollt – und sie haben mich bekommen. (lacht) Aber das ist sicherlich eine andere Situation jetzt. Florian ist fantastisch, aber ich war bei keinem Gespräch dabei, kann dazu also nichts sagen. Und ganz ehrlich: Ich habe auch wirklich andere Themen.

Zum Beispiel, dass es 2026 ein „Finale Daheeme“ in Leipzig gibt, das Endspiel der Conference League. Aber sogar die hat RB verpasst, weil die Qualifikation dafür am letzten Spieltag verbockt wurde.

Vollkommen unabhängig vom Finale nächsten Sommer, das ohne uns stattfinden wird: Es ist einfach eine brutal enttäuschende Saison gewesen. Wir müssen vieles besser machen. Und deswegen läuft auch noch die Aufarbeitung. Das ist noch nicht abgeschlossen.

Genauso wie die Trainersuche. Spricht der neue Coach deutsch oder spanisch?

Ich bin multikulti aufgewachsen, werde also keine Verständigungsprobleme bekommen. Egal, wer Trainer in Leipzig wird. Spaß beiseite: Das ist jetzt die Aufgabe unserer Leute in Leipzig.

Der neue Trainer wird aber sicher auch nur mit dem Segen von Ihnen und Jürgen Klopp seine Arbeit aufnehmen. Was sind die bisher größten Lehren aus der Zusammenarbeit mit Klopp als „Global Head of Soccer“ der Red Bull GmbH?

Jürgen hat super viel Erfahrung. Und wir alle können täglich von ihm lernen. Zum Beispiel verstehe ich jetzt, dass ich in jungen Jahren als Spieler vielleicht vieles nicht so gesehen habe wie die erfahreneren Leute und dann irgendwann realisiert habe, dass mein Blick auf die Dinge nicht immer der richtige war.

Sie sind Testimonial von Lieferando. Welche Zutat ist Jürgen Klopp auf dem RB-Burger? Das Fleischpatty, das alles erst richtig geschmackvoll macht? Das Brötchen, was alles zusammenhält?

Diese Frage beantworte ich nicht. Aber ich bin die Jalapeños. (lacht)

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