Die Titelanwärter geben sich keine Blöße!

Keine 60 Minuten nachdem Tabellenführer Füchse Berlin in der Daikin Handball-Bundesliga vorgelegt hat, zieht Verfolger MT Melsungen nach. 33:27 im 40. Hessenderby gegen Kellerkind HSG Wetzlar am Montagabend.

Kommentator fassungslos: Ist DAS der schlechteste Wurf der Handball-Saison?

Quelle: BILD

Damit halten gleich zwei Serien: Melsungen baut seine Siegesserie auf sieben auf, die Gäste aus Mittelhessen kassieren die siebte Pleite in Folge.

Der Meisterkampf bleibt maximal spannend, die beiden heißesten Anwärter marschieren punktgleich (48 Zähler) in die letzten vier Spiele der Saison. Wer hat am Ende die besseren Nerven?

Gegen die HSG gerät die MT zu keiner Zeit ins Zittern, macht von Anfang an klar, wer dieses Spiel gewinnen wird. Bei 7:3 nach zehn Minuten nimmt der neue Wetzlar-Coach Momir Ilic (übernahm in der Länderspielpause von Frank Carstens) die erste Auszeit, appelliert an die Einstellung seiner Mannschaft. Hilft wenig, nach 13 Minuten liegt die HSG 4:10 zurück.

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Dyn-Kommentator Florian Naß: „Mein Gefühl ist: So wie die Melsunger hier auftreten, die ziehen das Ding durch. Die sind so heiß, die sind so fokussiert, die haben so einen Blick nach vorne.“

Und ihren Hunger lassen sie Wetzlar gnadenlos spüren, führen nach 23 Minuten mit 15:6. Ilic sieht sich genötigt, schon die zweite Auszeit zu nehmen. Naß: „Wenn die Wetzlarer hier nicht aufpassen und irgendwie dagegenhalten, dann gibt das eine üble Klatsche.“

MT Melsungen feiert im Hessenderby siebten Sieg in Folge

Genau danach riecht es zur Pause vor 4.588 Fans in der Nordhessen-Arena, in die die MT ausgewichen ist, weil ihre angestammte Rothenbach-Halle in Kassel belegt war. 20:10 – die höchste Halbzeit-Führung für die MT in der gesamten Saison. Und der höchste Pausen-Rückstand für die HSG.

HSG-Profi Philipp Ahouansou: „Wir kriegen keinen Zugriff in der Abwehr, wir helfen unseren Torhütern zu wenig, wir kriegen zu leichte Würfe und Durchbrüche.“

Schrecksekunde kurz nach Wiederanpfiff: MT-Spielmacher Balenciaga wird von eben jenem Ahouansou beim Wurf in der Luft unglücklich ausgehebelt, knallt mit dem Hinterkopf mit voller Wucht auf den Hallenboden. Die Schiris verpassen dem HSG-Profi zwei Minuten, Balenciaga wird erst auf dem Spielfeld behandelt, legt sich anschließend mit einem Brummschädel hinter die Bande.

Tolle Geste: Als der Spanier zwölf Minuten später auf die Platte zurückkehrt, gibt ihm Ahouansou nochmals die Hand, entschuldigt sich.

Jubel brandet zehn Minuten vor Schluss auf, als Torwart-Weltmeister Carsten Lichtlein (44) mal wieder ran darf. Melsungen führt da 28:20, lässt es in der 2. Halbzeit etwas ruhiger angehen.

Denn: Die nächsten Wochen werden knackig: Am Wochenende geht es beim European League Final4 in Hamburg zur Sache (Halbfinale gegen Flensburg), wo die MT die Chance auf den ersten großen Titel der Klubgeschichte hat.

Dann folgt das wohl vorentscheidende Spiel um den Bundesliga-Titel in Berlin bei den Füchsen (29. Mai). Und die marschieren momentan nicht minder beeindruckend durch die Liga.

Da kann derzeit nur noch der SC Magdeburg mithalten, der am Montag das Topspiel gegen Hannover-Burgdorf gewann und dem Top-Duo bei zwei weniger absolvierten Spielen auflauert.

Restprogramm der Titelanwärter

Füchse Berlin (48 Punkte)MT Melsungen (48)SC Magdeburg
(45/2 Spiele weniger)
ThSV Eisenach (H/22.5.)
VfL Potsdam (A/25.5.)
MT Melsungen (H/29.5.)Füchse Berlin (A/29.5.)HC Erlangen (A/28.5.)
TVB Stuttgart (A/1.6.)ThSV Eisenach (H/1.6.)TBV Lemgo (A/1.6.)
VfL Gummersbach (H/5.6.)TBV Lemgo (H/4.6.)SG Flensburg-Handewitt (H/4.6.)
Rhein-Neckar Löwen (A/8.6.)VfL Potsdam (A/8.6.)SG BBM Bietigheim (A/8.6.)

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