Die Towers machten sich auf die Ehrenrunde. Und aus den Lautsprechern der Arena dröhnte „All I do is win“ von DJ Khaled. Nicht Ulm – und schon gar nicht der FC Bayern. Das heißeste Team der Easycredit Basketball Bundesliga kommt aus Hamburg!

In ihrem Spiel der Saison schlugen die Türme Spitzenreiter München mit 74:70 (30:32) und feierten den fünften Sieg in Serie! Im Jahr 2025 sind die Towers zu Hause jetzt (wettbewerbsübergreifend) seit neun Spielen ungeschlagen.

„Das war ein Hammer-Spiel. Die Atmosphäre war unfassbar“, strahlte Top-Scorer Niklas Wimberg (29), der im Sommer aus München in den Norden gewechselt war. „Wir hatten die richtigen Antworten in den richtigen Momenten.“

Für den Nord-Süd-Klassiker waren die Towers erneut in die große Barclays Arena gezogen. Vor einem Jahr waren im Jubiläums-Spiel zu ihrem zehnten Geburtstag 12.000 Fans gegen die Bayern gekommen (80:81). Diesmal verkauften sie sogar mehr Logen- Plätze – und stellen mit 12.015 Fans einen neuen Rekord für Basketball in der Hansestadt auf!

„Es ist für uns als Hamburger riesig, das zu erleben“, freute sich Boss Marvin Willoughby (47). „Es bedeutet viel. Wir wollen weiter Druck machen.“

Die Towers feierten ihren Sieg vor der zweitgrößten Saison-Kulisse der BBL

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Die Saisonbestmarke in der BBL halten die MLP Academics Heidelberg, die im Januar für das Bayern Spiel die Arena in Mannheim ausverkauften (14.713).

Nur 40 Stunden und 2000 Reisekilometer nach dem Euroleague-Aus am Freitag bei Real Madrid (71:93) mussten die Münchner schon wieder ran. Neben ihrem verletzten Top-Scorer Carsen Edwards (27/Rücken) schonte Trainer Gordon Herbert (66) den besten Verteidiger der Euroleague Nick Weiler-Babb (29). Abgesehen davon, lief der Double-Sieger in Bestbesetzung auf.

Für Weltmeister Justus Hollatz (wird Ostermontag 24) war es dabei eine ganz besondere Partie. Der Hamburger Jung kehrte in seinem 100. BBL-Spiel zum ersten Mal seitseinem Abschied 2022 als Gegner zurück.

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Das Towers-Eigengewächs: „Es war besonders, aber natürlich nicht so, wie ich mir es vorgestellt hatte. Es ist einfach schön für den Standort Hamburg. Das Potenzial in der Stadt ist sehr groß.“ Nicht zuletzt darum blieb er für seinen Geburtstag in der Heimat. Und besuchte am Abend das Fußball-Spiel des FC St. Pauli.

Die Towers waren nach zehn spielfreien Tagen und einer emotionalen Einlauf-Show vollgepumpt mit Energie. Die Bayern brauchten zweieinhalb Minuten, bis sie den ersten Korb aus dem Feld erzielten. Hollatz ehrlich: „Wir waren in den ersten Minuten nicht ready für das, was kam.“ Weil die Gastgeber zu viele offene Würfe liegenließen und sich die Bayern fünf Ballverluste leisteten, stand es nach zehn Minuten 17:17.

Im zweiten Viertel zogen die Münchner vor allem in der Defensive an – und konnten sich zum ersten Mal etwas absetzen (30:21/16.). „Man hat gesehen, dass ein Stück weit Nervosität dabei war“, sagte Willoughby im Halbzeit-Interview bei Dyn.

Wie schon zu Beginn kamen die Hamburger mit wesentlich mehr Energie aus der Pause – und übernahmen in der 22. Minute die Führung (34:33). Und wie zu Beginn leisteten sich die Bayern zu viele Ballverluste. Herbert gefiel das gar nicht und nahm eine Auszeit. Doch auch das brachte keine Ruhe rein. Denn die Türme verwerteten nun konsequent ihre Chancen und zogen bis auf 54:40 weg (30.). Standing Ovations in der Arena!

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Geht den Bayern am Ende doch die Puste aus?

Es sieht danach aus. Schon nach zwei Minuten im Schlussviertel nimmt Herbert die nächste Auszeit (56:42). Das wirkt. Die Münchner starten die Aufholjagd, angeführt von Weltmeister Andi Obst (28). Der Scharfschütze steckte die letzten Wochen körperlich im Loch – aber nach dem Ausfall von Edwards ist er zur Stelle und mit 19 Punkten bester Werfer der Münchner. Doch das reicht nicht. Die Towers bleiben cool, verteidigen den Vorsprung. Und MVP-Kandidat Brae Ivey (28) macht mit einem schweren Dreier den Deckel drauf. Doch der Anführer gab das Lob weiter: „Entscheidend war, als im dritten Viertel unsere zweite Fünf reingekommen ist und Energie gebracht hat.

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Quelle: BILD/ Magenta Sport

Dann der Aufreger! Acht Sekunden vor Schluss verliert Bayern-Kapitän Vladimir Lucic (35) die Nerven und geht nach einer Bemerkung von Ex-Team-Kollege Niklas Wimberg (29) auf den Towers-Spieler los, stößt ihn mit dem linken Arm weg, es kommt zur Rudelbildung.

„Ich habe ihm einfach nur gesagt, dass er aufhören soll zu floppen (zu schauspielern, d.Red.), verriet Wimberg hinterher. „Das hat er scheinbar sehr hart aufgenommen“ Dennoch wollte er das Wortgefecht mit seinem Ex-Kollegen nicht überbewerten: „Die Intensität war hoch. Die Emotionen kochen hoch. Das ist Basketball. Das gehört dazu.“

Bei den Bayern war Wimberg zwei Jahren ein Rollenspieler – bei den Towers zählt er nun zu den Stützen. Und bewies das mit 14 Punkten, 5 Rebounds und 3 Assits eindrucksvoll.

Die Münchner bleiben trotz der Niederlage Tabellenführer. Trainer Gordon Herbert (66) sah keinen Zusammenhang mit dem Aus in der Königsklasse am Freitag: „Es ist schwer zu sagen. Das Spiel an dem Dienstag gegen Ulm, bevor wir gegen Fenerbahce gespielt haben, das hat uns beeinflusst. Aber keine Ausreden. Wir haben Freitag gespielt. So ist der Spielplan. Hamburg war besser.“

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