Addiert spielen in der Daikin Handball-Bundesliga und in der zweiten Liga darunter jede Saison 36 Klubs. Bei jedem dieser Klubs gibt es Chef-Trainer auf und abseits der Platte, bei fast jedem gibt es Oberbosse wie Geschäftsführer, Sportvorstände oder Sportdirektoren.
Sofern kein Verzähl-Fehler vorliegt, gab es in der Saison 2025/26 auf den genannten Positionen satte 15 personelle Veränderungen. Das entspricht einer Quote von 41,67 Prozent. Eine Ergebnis-Erhöhung ist nicht ausgeschlossen, die Saison ist ja noch gar nicht vorbei, das Geschäftsjahr ist auch erst am 30. Juni beendet.
Handball-Drehtür könnte Strom verkaufen
Bildlich gesprochen: Müssten alle Bosse und Trainer die elitäre Handball-Bundesliga (HBL) durch eine Drehtür betreten, könnte man mit der Rotation Strom erzeugen. Gefühlt war auf den genannten Positionen mehr los als in den Spielzeiten zuvor. Mancherorts (Berlin, Mannheim) wurden sogar wahre Denkmäler abgerissen. Ist denn allerorts die Nervosität gestiegen?
Bisher erwischte es acht Chef-Trainer in der ersten und der zweiten Liga. Bei den Rauswürfen waren Rang und Namen, Erfolge und Entwicklung teilweise völlig egal. Die Füchse Berlin schmissen ihren Meister-Trainer Jaron Siewert raus, für stabile Rotation der Drehtür sorgte die gleichzeitige Trennung von Sportvorstand Stefan Kretzschmar. Motto: erst gefeiert, dann gefeuert. Trainer wurden entlassen in: Berlin, Leipzig, Wetzlar und Hannover-Burgdorf (1. Liga). Ludwigshafen, Oppenweiler/Backnang, N-Lübbecke und Essen (2. Liga).
Dazu kommen noch die „Schreibtischtäter“ wie Geschäftsführer, Sportvorstand oder Sportdirektor, die mit teils netten Floskeln verabschiedet wurden. Hier stehen folgende Standorte im Fokus: Berlin, Kiel, Hamburg, Melsungen, Leipzig, Mannheim und Eisenach (1. Liga), sowie Ludwigshafen (2. Liga).
Fakt ist: Die Zündschnuren sind allerorts kürzer geworden, mancherorts sollte der Begriff „Schleudersitz“ neu definiert werden. Eine gesunde Entwicklung ist es eher nicht.

