Edin Terzic (43) hat noch kein einziges Spiel als neuer Trainer von Athletic Bilbao geleitet – und wird von der spanischen Presse trotzdem schon mit großem Lob empfangen. Die spanische Sportzeitung „Mundo Deportivo“ begrüßte den Ex-BVB-Coach freudig und bezeichnete ihn am Dienstag als „Luis Enriques jüngsten Henker“. Ein Titel, der nicht aus der Luft gegriffen ist.
Hintergrund: Terzic ist der letzte Trainer, dem es gelang, PSG in der Champions League zu besiegen. Das war im Halbfinale der Saison 2023/24. Damals bezwang Dortmund die Pariser zweimal mit 1:0. Niclas Füllkrug traf im Signal Iduna Park, Mats Hummels köpfte im Parc des Princes nach einer Ecke zum entscheidenden Tor ein.
Wenige Wochen später saß Terzic zum letzten Mal als BVB-Trainer im Wembley-Finale auf der Bank. Im Champions-League-Endspiel verlor das Team 0:2 gegen Real. Für den Dortmunder war es das Ende seiner BVB-Ära: Er erfüllte sein letztes Vertragsjahr nicht, verabschiedete sich – und war bis zur Unterschrift bei Athletic Bilbao ohne Klub. Jetzt will er mit den Basken neu starten.
PSG danach: eine Maschine
Was Terzics Leistung in besonderem Licht erscheinen lässt: Seit dem Halbfinal-Sieg hat niemand mehr PSG auf höchstem Niveau gestoppt. Was PSG-Trainer Luis Enrique nach den Abgängen von Messi, Neymar und Mbappé in Paris aufgebaut hat, ist beeindruckend: kein Superstar-Kult mehr, stattdessen ein eingespieltes Kollektiv mit vielen Top-Spielern. Das Ergebnis: zwei Champions-League-Titel in Folge, nachdem Paris den Henkelpott zuvor noch nie gewonnen hatte.
Und Terzics neuer Klub? Athletic Bilbao traf in der Ligaphase 2024/25 auf PSG. Das 0:0 im San Mamés war das einzige Mal in 17 Turnierspielen, dass PSG kein Tor erzielte. Die Basken blieben damit die einzige Mannschaft im gesamten Wettbewerb, die Paris torlos ließ. In der kommenden Saison werden die beiden Teams allerdings nicht aufeinandertreffen, Bilbao ist in der vergangenen Saison in der Liga Tabellenzwölfter geworden und hat das europäische Geschäft somit verpasst.

